Der seit 2014 bestehende russisch-ukrainische Konflikt ist am 24. Februar 2022 durch den offenen militärischen Überfall Russlands auf das gesamte Staatsgebiet der Ukraine ausgedehnt worden.

Viele Staaten wie Polen, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Tschechien, die Republik Moldau, Bulgarien, Estland, Lettland und Litauen sowie Rumänien und Slowenien sperrten den nationalen Luftraum für russische Flugzeuge. Hiermit sind auch Flugzeuge gemeint, die sich im Eigentum Russlands befinden, die in Russland registriert sind oder von Russland kontrolliert werden. Das kann beispielsweise auch Frachtmaschinen betreffen, die derzeit von anderen Ländern geleast sind, um beispielsweise Charterflüge anzubieten. Laut Ministerium soll das Verbot zunächst für drei Monate gelten.

Die größte russische Fluggesellschaft Aeroflot teilte mit, dass alle Flüge zu europäischen Zielen bis auf Weiteres gestrichen sind. Flüge zu einigen mittelamerikanischen Zielen sind aufgrund der Sperrung des kanadischen Luftraums abgesagt.

 

Russland reagierte daraufhin und teilte mit, dass Flugzeuge aus Deutschland und 35 weiteren Staaten einschließlich aller 27 Mitglieder der EU sowie unter anderem die USA und Kanada nicht mehr über russisches Staatsgebiet fliegen dürfen.

Flüge zu humanitären Zwecken seien von dem Verbot ausgenommen.

Flugausfälle, Umleitungen und Verspätungen 

Die Luftraum- und Landebeschränkungen haben bei vielen Fluggesellschaften zu einer Vielzahl von Flugausfällen geführt. Auch Frachtflüge sind betroffen. Das Überflugverbot des russischen Staatsgebiets hat somit auch Auswirkungen auf Luftfrachttransporte auf der beliebten Handelsroute von Asien nach Europa und vice versa. An vielen globalen Drehkreuzen gibt es einen großen Rückstau und steigende Luftfrachtraten aufgrund von Kapazitätsabbau und Flugrotationen. Viele Flugrouten müssen über den Süden umgeleitet werden und meiden dabei auch den Überflug über die Spannungsgebiete im Nahen Osten.

Verlängerte Flugrouten auf Europa-Asien-Verbindungen 

Viele Verbindungen zwischen Europa und Asien führen normalerweise durch den russischen Luftraum. Jetzt wählen viele Airlines stattdessen eine Route südlich von Russland und der Ukraine, was bedeutet, dass sich die Flugzeiten um 1,5 bis 2,5 Stunden verlängern.

Die durchschnittliche Transportdauer für Door-to-Door Lieferungen auf dieser Route beträgt weiterhin fünf bis sechs Tage.

Ein Beispiel für eine verlängerte Flugroute ist die beliebte Route zwischen Deutschland und China. Die Grafik zeigt die veränderte Flugroute und damit einhergehende verlängerte Flugrouten für die Verbindung von Frankfurt am Main, Deutschland (FRA) nach Shanghai Pudong Intl‘ Airport, China (PVG).

Geringe Kapazitäten für große Luftfrachtsendungen 

Neben verlängerten Flugzeiten ist die Kapazität für Luftfracht und Charter-Sendungen gesunken.

Das liegt zum einen daran, dass die ukrainische Fluggesellschaft Antonov derzeit ihre fünf Maschinen des Typs AN-124 ausschließlich für humanitäre Zwecke einsetzt. Hinzu kommt, dass das weltweit größte Frachtflugzeug des Herstellers, die Antonov-225 Mriya leider im Zuge der Auseinandersetzungen zerstört wurde. Ende letzten Jahres lieferte es im Auftrag von Röhlig noch SARS-CoV-2-Antigen Schnelltests nach Deutschland.

Zum anderen fehlen durch die Sanktionen zusätzlich die Kapazitäten russischer Airlines, die vor allem Charter mit großen Transportvolumen anbieten. In den USA und Europa kommt es daher zu geringen Kapazitäten, gerade für übergroße Sendungen. Das erschwert Projektfrachtgüter derzeit erheblich und führt zu Verzögerungen für viele Branchen wie beispielsweise dem Energiesektor.

Wie die derzeitige Lage die Kosten für Luftfracht beeinflusst 

Die Kosten für Luftfrachttransporte werden für gewöhnlich vorrangig durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Durch das geringere Angebot an Charterflügen und Luftfrachttransporten steigen die Luftfrachtraten derzeit. Darüber hinaus haben Airlines damit begonnen, geltende Regelungen zum Treibstoffzuschlag (Fuel Surcharge, FSC) auszuhebeln und die Zuschläge durch die Höhe des Treibstoffpreisindexes zu bestimmen, der jeden Montag berechnet und veröffentlicht wird. Für Kunden bedeutet das, dass die Kosten für Luftfrachttransporte durch die anhaltende Preissteigerung bei Treibstoffen weiter ansteigen können.

Was unsere Kunden jetzt tun können 

Unsere Luftfrachtexperten stehen im engen Austausch mit Airlines und Verladern. Das Röhlig-Team informiert und berät Sie daher gerne ausführlich über alle Änderungen und erarbeitet mit Ihnen gemeinsam - auch in dieser außergewöhnlichen Situation - die beste Lösung für Ihre Luftfrachttransporte.

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