Unser Teammitglied Christian Schubert kann sich keinen besseren beruflichen Werdegang in der Logistik vorstellen

Als Southeast Vice President bei Röhlig in den USA ist Christian Schubert verantwortlich für die Leitung des Geschäfts im Südosten der USA. Mit seinem Team kümmert er sich um den reibungslosen Ablauf aller Prozesse in der Region zwischen Miami und Atlanta. Haben wir alle lokalen Ziele erreicht? Wie wollen wir unser Geschäft weiterentwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Christian Schubert jeden Tag. Das ist viel Verantwortung. Angefangen hat seine Karriere bei Röhlig in Miami. 


Christian Schubert, Southeast Vice President bei Röhlig USA

Wie kamen Sie zu Ihrem Logistik-Job in den USA? War es purer Zufall?

Seit ich mich erinnern kann, bin ich ein USA-Fan und wollte immer schon in den Staaten leben. Ich habe bei einer Spedition gelernt. Dann ergab sich die Möglichkeit, in den USA zu arbeiten – und ich habe sie ergriffen (lacht). So kam ich nach Amerika. Das Team war super, die Zusammenarbeit klappte hervorragend – und von da aus entwickelten sich dann weitere Möglichkeiten. Eine davon brachte mich zu Röhlig.

Wie haben Sie den beruflichen Einstieg bei Ihrem Job in den USA erlebt?

Ich hatte meine Ausbildung gerade abgeschlossen – in Deutschland haben wir durch die intensive  zwei- oder dreijährige Berufsausbildung schon ein sehr gutes Fundament. Der Schritt in die USA gelang mir über ein Trainee-Programm, das ich bei einem dänischen Logistikunternehmen absolvierte. Gefühlt ging es damit zunächst einen Schritt zurück, weil ich in Deutschland bereits Angestellter war. In den USA gilt das Prinzip “Learning by Doing”. Die Verantwortung nimmt gewöhnlich nach und nach zu.

"In den USA wird sehr viel Wert auf Teamarbeit gelegt - und viel weniger starr organisiert." 

Woran zeigen sich die Unterschiede zwischen den beiden Ländern noch bei Ihrer Arbeit?

In den USA wird sehr viel Wert auf Teamwork gelegt – vieles ist weniger starr organisiert. Man wird schnell ins Team aufgenommen und der Umgang ist im Vergleich zum Arbeiten in Deutschland persönlicher. Das merkt man schon daran, dass sich hier alle Kollegen duzen – über alle Ebenen der Hierarchie hinweg. Das ist sehr angenehm.

Es war ein sehr herzlicher und gastfreundlicher Empfang vom gesamten Team bis hin zum Niederlassungsleiter. Ich wurde sprichwörtlich mit offenen Armen empfangen. Die Kollegen aus Amerika waren sehr hilfsbereit und haben sich sehr intensiv um mich gekümmert. Das war wirklich toll, ich war sehr dankbar, schließlich lebte ich am Anfang ohne Familie und Freunde in den Staaten. An den Feiertagen – wie etwa Thanksgiving – laden sie internationale Mitarbeiter beispielsweise ganz selbstverständlich zu sich nach Hause zum Dinner ein. So klappt es mit dem Einleben und der Integration sehr viel leichter.

Gab es für Sie denn überhaupt keinen Kulturschock?

Doch, es war ein gewisser Kulturschock, von Deutschland in die USA zu ziehen. Genauso war es bei meinem späteren Wechsel von Chicago nach Miami. Es ist vielleicht ähnlich, wenn man in Deutschland von Flensburg nach München zieht. 

Wir sagen hier spaßeshalber immer, dass Miami schon die nördlichste Hauptstadt Lateinamerikas ist – obwohl es natürlich noch zu den USA gehört. Aber das Leben hier ist schon stark von der südamerikanischen Kultur geprägt. Es hat eine gute Zeit gedauert, bis ich die Kultur verstanden habe

Die deutsche Mentalität und die südamerikanische – das ist so weit voneinander entfernt wie Nord- und Südpol.

Wie international ist Ihr Arbeitsumfeld heute – und welche Vorteile hat das?

In der Region, die ich aktuell betreue, also zwischen Miami und Atlanta, arbeiten wir mit  einem sehr internationales Team. Die Mehrheit der Kollegen kommt aus Südamerika: Brasilianer, Peruaner, Kolumbianer, Kubaner – es ist sehr gemischt. Gerade in Miami arbeitet das Team stark mit südamerikanischen Partnern und Kunden zusammen. Da ist es schon allein wegen der Verständigung vorteilhaft, wenn Kollegen und Kunden sich auf Spanisch oder Portugiesisch unterhalten können – das erleichtert die Kommunikation. Auch die zwischenmenschliche Kommunikation profitiert gerade zu Beginn einer Zusammenarbeit davon, denn in Südamerika ist das persönliche Kennenlernen sehr wichtig, bevor man Geschäfte macht. Das erlebe ich auch hier in Miami. Man muss bei Geschäften vorher ein persönliches Verhältnis aufbauen, über Preise kann man dann immer noch reden.

Was bedeutet Diversität in den USA heute?

Die USA sind nach wie vor ein Einwanderungsland. Die Diversität ist sehr groß, das erkennt man auch an den Feiertagen. In Europa haben die meisten Feiertage einen religiösen Hintergrund, hier in den USA sind sie eher auf das nationale Geschehen bezogen: Independence Day, Memorial Day, Labour Day oder Thanksgiving. Wenn sie religiöser Natur wären, dann hätten wir hier jede Woche einen Feiertag (lacht).

Was sollten Arbeitnehmer, die in den USA arbeiten wollen, mitbringen?

In den USA muss man sich in jeder Situation erst einmal beweisen. Um dies zu erreichen, muss man flexibel und offen für die Kultur des Gastlandes sein. Dazu gehört auch, dass man Dinge hinter sich lässt, die für jemanden in seiner früheren Kultur wichtig waren. Das ist für viele die größte Hürde, weil sie natürlich alles in ihrem Heimatland Deutschland haben: Sie kennen sich, sind dort aufgewachsen und haben dort eine Familie. Wenn sie in einem neuen Land sind, müssen sie neu anfangen. Das funktioniert nur, wenn man sich bewusst auf das Neue einstellt. Man sollte unvoreingenommen sein und die andere Kultur erst einmal auf sich wirken lassen.

Was erwarten Sie noch von Ihren internationalen Mitarbeitern?

Wir suchen Mitarbeiter, die motiviert und flexibel sind und die fest an ihren Erfolg glauben. Das ist für mich das Wichtigste. 

"Technische und organisatorische  Dinge im Job kann man lernen,
eine Can-do-Einstellung dagegen hat man entweder
oder man hat sie nicht."

Was bietet Röhlig potentiellen neuen Mitarbeitern als amerikanischer Arbeitgeber in der Logistik?

Röhlig ist ein Familienunternehmen, und das bestimmt unsere Unternehmenskultur. So managen wir das auch in den USA: persönlich und verbindlich. Da der Job einen Großteil unseres Lebens ausmacht, ist es wichtig, dass es auch zwischenmenschlich stimmt, um Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Sie möchten also gerne in den USA bleiben?

Ja, es passt einfach alles. Ich schätze am Leben in den USA insbesondere die Freiheit und die Weite des Landes. Der Südosten, also die Region, die ich betreue, ist größer als Deutschland – zwischen Atlanta und Miami liegen acht Stunden Autofahrt. Man sieht sogar Unterschiede in der Natur: Hier in Miami ist es noch tropisch, in Atlanta dagegen schon ähnlich wie in Süd- oder Mittelitalien. Das finde ich sehr spannend.

Ich habe meine Frau hier kennengelernt und unser Kind wurde hier geboren, das trägt natürlich auch dazu bei, dass man sich stark verwurzelt fühlt. Man weiß nie, was in fünf Jahren sein wird, aber im Moment planen wir ganz fest, in den USA zu bleiben.

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